Benötigt man unbedingt kostenpflichtige Dienstleistungen?

Hinweis: Dies ist ein älterer Beitrag, den ich aus dem Vermarktungsblog hierher umgezogen habe, da der Blog ja nun nicht mehr frei zugänglich ist.

Wer als Erfinder nach einschlägigen Begriffen googelt, bekommt überall angeboten und angeraten kostenpflichtige Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Beginnend bei der Beurteilung, ob die Erfindung überhaupt „gut“ ist und Potential am Markt hat, über die Recherche nach Neuheit, also danach, ob es etwas Vergleichbares irgendwo auf der Welt bereits gibt, weiter über einen Patentanwalt den man bereits für die Formulierung eines Gebrauchsmusters in Anspruch nehmen soll, bis hin zu entsprechenden Vermittlern / Dienstleistern, wenn es darum geht ein erworbenes Schutzrecht zu vermarkten.

Meine persönliche Einschätzung ist hingegen: Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, der kann das alles auch selbst erledigen und benötigt lediglich etwas begleitende Literatur (z.B. umfangreiche Internetrecherchen bzw. ein zusammengefasster Leitfaden wie das Erfinder A bis Z 🙂 ) dazu!

Ohne einen gewissen zeitlichen Aufwand geht es natürlich nicht! Schließlich träumen Erfinder davon, mit einer einmaligen zeitlich begrenzten Leistung potentiell dauerhafte Einnahmen zu generieren. Um etwas, was fast zu schön ist um wahr zu sein, das aber dennoch grundsätzlich möglich ist und vielen (privaten) Erfindern auch bereits gelang, zu realisieren, muss man natürlich die entsprechende Zeit und Konzentration investieren, um selbst zu einer Art Experte zu werden. Mit einer einigermaßen guten Auffassungsgabe und einem wenn es sein muss klarem Ausdrucksvermögen kann man die anfallenden Aufgaben bewältigen, unter Zuhilfenahme höchstens von Freunden und Familie, nicht aber von kostenpflichtigen Dienstleistern. Von der Beurteilung der Idee ansich und deren Schutzfähigkeit, über die geeignete Formulierung eines Gebrauchsmusters zwecks erster Schutzerlangung und als Ausgangspunkt für ein späteres (idealerweise nicht mehr vom Erfinder zu finanzierendes) Patent, bis zur Vermarktung des Schutzrechtes an einen Lizenznehmer, der dann  – wie es häufig üblich ist bei solchen Lizenzverträgen – die (internationale) Patentierung der Erfindung auf den Namen des Erfinders (mittels Patentanwalt) übernimmt. Das wäre der Idealfall.

Zahlreiche Patentanwälte und sonstige Experten da draußen werden mir jetzt heftig widersprechen. Ich sehe es dennoch anders! Mit meiner Ansicht, dass man es als privater Erfinder zumindest bis zum Gebrauchsmuster und dem Finden eines Lizenznehmers durchaus auch alleine und weitgehend ohne Kosten (außer den geringen Anmelde-Gebühren beim Patentamt, für ein GM lediglich 40,- Euro bei Einreichung in Briefform, 30,- Euro bei elektronischer Einreichung) schaffen kann, bin ich nicht alleine. Viele andere Experten sind der gleichen Ansicht! Zudem: Zahllose Fallbeispiele von privat formulierten Schutzschriften (Gebrauchsmuster- / Patentanmeldungen) belegen es und unzählige andere Fälle dokumentieren, dass natürlich auch ein Patentanwalt kein Garant  dafür ist, dass eine Schutzschrift clever und vorteilhaft formuliert ist und wirkungsvollen Schutz bietet und dass auch andere Dienstleister, beispielsweise die Recherche oder die Vermittlung an Lizenznehmer betreffend, nicht vor Fehlern schützen oder Erfolg garantieren.

Hinzu kommt, dass es Möglichkeiten gibt, ein Gebrauchsmuster so zu formulieren, dass es noch möglichst „wandelbar“ ist, wenn auf Grundlage der gleichen Priorität (= Anmeldedatum) innerhalb eines Jahres ein Patent daraus werden soll. Dazu schreibe ich einiges im Erfinder A bis Z. Und selbst das Patent ist im Rahmen des Prüfungsverfahrens nötigenfalls noch mal (mehrfach) abwandelbar, beispielsweise wenn neue Entgegenhaltungen – also andere ÄLTERE Schutzschriften oder sonstige Offenbarungen / Veröffentlichungen, die neuheitsschädlich sind (also die Erfindung vorwegnehmen) oder von denen aus die Erfindung zumindest als „naheliegend“ und somit nicht mehr erfinderisch angesehen wird – auftauchen und man die eigene Vorrichtung noch abwandeln / einschränken muss um (wieder) neu und erfinderisch zu sein. … Wer Akteneinsicht in Prüfungsverfahren nimmt – dies ist bei vielen Patenten über die Seiten des DMPA und auch anderer (internationale) Patentämter kostenfrei möglich (wie genau, steht im Erfinder A bis Z) – und wer in den Datenbanken Gebrauchsmuster und die daraus entstandenen Patente ansieht und vergleicht, erkennt diesmehr als deutlich.

Mehr zu diesem Themenkomplex im Erfinder A bis Z.

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